Kunstreise in die Deichtorhalle Hamburg zur Ausstellung „Dix und die Gegenwart“

1914 zog Otto Dix freiwillig in den Krieg. Die nächsten vier Jahre prägten ihn zeit seines Lebens, erlebte er doch in dieser Zeit all die Schrecken, die mit dem Krieg verbunden sind: Tod, Verwundung, Verstümmelung, Angst, Not und Töten. In kleinen Formen der Radierung als auch in großformatigen Bildern / Triptychons stellt er diese Erfahrungen dar. Neben diesem Motiv finden sich bei ihm gesellschaftskritische Darstellungen in den 20er Jahren. In der NS-Zeit galt er wegen seiner Kriegs- und Menschendarstellung als „entartet“, sein Werk wurde „vorsichtiger“ (Landschaften, Portraits, (antik-christliche) Mythologie), die Kritik nicht so offensichtlich.

In seinem Werk griff Dix immer wieder auf Werke der Kunstgeschichte zurück und variierte sie neu für seine Zeit. In dieser Tradition der Aneignung und Veränderung steht in den Deichtorhallen der andere Teil der Ausstellung: Werke moderner Künstler, die ganz bewusst auf Dix zurückgreifen und ihre „Herkunft“ von Dix nicht verleugnen. Diese Spannung in der Gegenüberstellung der Werke macht den Reiz dieser Ausstellung aus. Stefanie Reimers führte die Lübecker Gruppe der Seniorenakademie in gewohnt kompetenter Weise zur Freude der Kunstreisenden.


Text und Photos: Michael Leberke