Dr. Hans-Eckhard Tribess:
Aber Jakob ist immer quer über die Gleise gegangen
Vom aufrechten Gang Uwe Johnsons

Vielen Lübeckern unter den Zuhörern ist sie noch in „bester“ Erinnerung: die Grenze zur DDR, beginnend am Priwall und sich dann durch Deutschland ziehend. Die beiden Staaten BRD und DDR bestimmten das Leben und das Werk Uwe Johnsons, einer der bekanntesten Nachkriegsdichter. Er stellte – wie Dr. Tribess ausführte – sein Werk unter den passenden Titel „Die Teilung – Die Grenze – Der Unterschied“.


Vielen Lübeckern unter den Zuhörern ist sie noch in „bester“ Erinnerung: die Grenze zur DDR, beginnend am Priwall und sich dann durch Deutschland ziehend. Die beiden Staaten BRD und DDR bestimmten das Leben und das Werk Uwe Johnsons, einer der bekanntesten Nachkriegsdichter. Er stellte – wie Dr. Tribess ausführte – sein Werk unter den passenden Titel „Die Teilung – Die Grenze – Der Unterschied“.
Die unterschiedlichen Systeme führten den in Polen geborenen, in Güstrow aufgewachsenen und dann nach West-Berlin übergesiedelten Schriftsteller im Leben und in seiner Literatur zur fortgesetzten Reflexion über die Trennung. In der kommunistisch reglementierten DDR konnte er nicht leben, im kapitalistischen Westen wollte er nicht leben. Diese Grundform findet sich dann auch im Roman „Mutmaßungen über Jakob“, in dem der Protagonist, der Dispatcher Jakob Abs, in den Westen fährt, zurückkehrt in die DDR und dort zu Tode kommt, obwohl er doch „auch bei Nebel gewusst haben“ wird, welche Gefahr besteht, wenn er wie „immer quer über die Gleise gegangen“ ist.
Auch Johnson ist in seinem Leben „über die Gleise“ gegangen, hat in den Werken infrage gestellt – sowohl den Osten als auch den Westen.
Lübeck ehrte ihn 1978 mit dem Thomas-Mann-Preis, nur eine der vielen Auszeichnungen, die Johnson bekam. Und in Lübecks Nähe in Klütz gibt es das Uwe Johnson Literaturhaus.


Text und Fotos: Michael Leberke
Post Views: 0