Michael Leberke:
„Davon geht die Welt nicht unter…“ oder doch?
Vorstellungen des Weltendes im apokalyptischen Denken

Hunger, Corona, Krieg, Dürre, Überschwemmungen…: Nachrichten wie diese bestimmen täglich die Nachrichten. Und sie schaffen Angst und Verunsicherung. Die Welt scheint aus den Fugen, die gewohnte Ordnung scheint zusammenzubrechen.
Michael Leberke stellte dar, wie das Denken über ein nahes Weltende seit über 3000 Jahren Menschen bestimmt, die in Not und Elend sich befanden. Das Buch des Neuen Testaments „Die Apokalypse des Johannes“ hatte auf unseren Kulturkreis die meiste Auswirkung. Wie alle religiösen Apokalypsen muss sie als Trost- und Ermutigungsschrift verstanden werden, da es am „Ende der Welt“ eine Erlöserfigur gibt, die den Gläubigen eine neue, bessere Zukunft in einer anderen Welt verspricht.
Nach der Säkularisierung nehmen weltliche Apokalypsen die Zielgerichtetheit der Geschichte auf und sind als Mahnung oder Zukunftsverweisung (Kommunismus…) auf eine Verbesserung der bestehenden Welt zu sehen. In Zeiten der ökologischen Krise wird oft ein tatsächliches Ende der Welt prophezeit. Jede Epoche hatte ihre eigene Apokalypse; Grund ist wohl die Tatsache, dass der Mensch nicht im „Paradies“ lebt, sondern dass es Leid und Elend immer gab.

Bisher ist ein Weltuntergang nicht eingetreten – hoffen wir, dass es dabei bleibt.

Text und Photos: Michael Leberke
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