Robert Pfeifer:
Sanierung einer Kathedrale
Klein fängt es an – groß hört es auf

Wir kennen es von unseren eigenen Renovierungen zu Hause: Wenn man erst einmal anfängt, kommt eins zum anderen. Das verhält sich bei der Sanierung einer Kathedrale wie der St. Marien-Kirche nicht anders, erläutert Robert Pfeifer, Pastor an St. Marien in Lübeck.
1942 wurde die Kirche beim Bombenangriff auf Lübeck stark zerstört. Der Aufbau geschah recht schnell, aber eben unter den Bedingungen der Nachkriegszeit: Geldnot und schlechtes Material, manchmal auch falsche Entscheidungen bei der Restaurierung. Seit nunmehr acht Jahren kann nicht mehr geheizt werden, die elektrische Fußbodenheizung ist nicht reparabel.  Und dann erfolgte mit der Zeit der Entschluss zur Grundsanierung: Heizung, Fenster, Mauerwerk, Chor, Lettner, moderne Energie-Versorgung, Orgel… Alle Veränderungen müssen abgesprochen werden mit dem Kirchengemeinderat, der städtischen Denkmalpflege, der kirchlichen Denkmalspflege; und ja, dann ist da noch die Frage der Kosten. 28 Millionen Euro sind für die Sanierung des Weltkulturguts geplant, bis 2030. Dazu kommen noch die Kosten für eine neue Orgel…
Ein erster großer Schritt ist bereits gemacht: dank einer großzügigen Spende ist die Briefkapelle, eine der Juwelen der Kirche, fast fertig und wird im Herbst eingeweiht. Andere Gerüste in der Kirche zeugen vom Fortschreiten und Planen der Arbeiten.
Die Kosten trägt zur Hälfte der Bund, der Rest wird über Spenden und Stiftungshilfen erhofft. Eine davon ist die Stiftung „Sieben Türme+“, die die das bisherige Projekt „7Türme will ich sehen“ ablöst. 
Und auch unkonventionelle Angebote werden gemacht: eine Kapelle in St. Marien steht frei und kann als familiäre Gedenkstätte gewidmet werden. Das ist die Tradition des Mittelalters; allerdings verspricht Pastor Pfeifer keinen Ablass mehr…

https://www.sieben-tuerme-luebeck.de/
https://www.st-marien-luebeck.de/


Text und Photos: Michael Leberke
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