Rolf Fechner: Spaziergang durch das alte Travemünde
Als auf dem Leuchtenfeld noch Schafe standen

Da war ich auch!“ – „Daran erinnere ich mich noch!“ – „So sah das mal aus?!“
Viele Zuhörer sahen mit Kopfnicken und Begeisterung die alten Photos und Postkarten, die Rolf Fechner, der „Stadthistoriker“ Travemündes, von der „schönsten Tochter Lübecks“ zeigte.


 Vielfach stellten die Abbildungen gar nichts Ehemaliges dar, sondern Gebäude und Straßenzüge haben sich bis heute erhalten. Aber vielfach wurden die Photos mit Bedauern und Kopfschütteln kommentiert, wenn gezeigt wurde, welche Verluste Travemünde in seiner äußeren Form erlitten hat.
Gar nicht mehr vorstellbar ist ein Priwall, der nur als Weideland genutzt wurde. Oder der Baggersand, der die Siechenbucht der Trave war und erst mit Sand „zugebaggert“ wurde. Oder das Ruderboot, das als „Fähre“ zur anderen Seite der Trave genutzt wurde. Eine Pontonbrücke führte über den Fluss, wenn Pferderennen auf dem Priwall stattfanden. Von der Fischer-Siedlung, die nach dem 2. Weltkrieg für geflüchtete Fischer aus dem Osten errichtet wurde und die an der Stelle des heutigen Skandinavienkais stand, wissen kaum noch Menschen. Erinnerungen kamen an die beiden Villen auf, die zugunsten des klotzigen Maritim-Hotels abgerissen wurden. Schweizer-Haus, Badeanstalten, Seetempel, Restaurant Autoliebchen und viele andere Gebäude gibt es nicht mehr. Und nicht immer ist der Ersatz dafür schön…
An ein Leuchtenfeld, auf dem Schafe standen, und an eine Vorderreihe, von der aus gebadet wurde, denkt keiner mehr, wenn er dort flaniert.
Mit seinen Photos hat Rolf Fechner nicht nur Erinnerungen hervorgerufen, sondern auch die Geschichte Travemündes im wahrsten Sinne des Wortes „anschaulich“ gemacht.


 Text und Photos: : Michael Leberke
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